Selbstdarstellung

Die LAG Soziokultur Brandenburg e.V. wurde im Dezember 1996 neu gegründet. Derzeit werden 21 Zentren von diesem Dachverband vertreten, die jährlich auf ca. 1 Million Nutzer verweisen können. Darunter befinden sich die sogenannten "Tanker" wie auch "kleinere" Initiativen mit differenzierten Anteilen haupt- und ehrenamtlich Tätiger. Durch Förderung des MWFK ist der Betrieb einer ständigen Geschäftsstelle mit Sitz in Potsdam möglich. Eine Landesarbeitsgemeinschaft, als Zusammenschluß soziokultureller Zentren und Kulturinitiativen, kann koordinierter, konzentrierter und intensiver für die Entwicklung von besseren Rahmenbedingungen soziokultureller Arbeit im Land Brandenburg wirken, als dies ein einzelnes Zentrum vermag. Es gelang dadurch, daß bürgerschaftliche Engagement im symbolisch- ästhetischen Bereich über ein Netzwerk zu fördern und die bereits weitgehend effizient arbeitenden Einrichtungen freier Träger, die nicht nur Teilnahme, sondern auch Mitgestaltung ermöglichen, weiter zu stärken. Die von den Zentren und Kulturinitiativen des Landes Brandenburg geleistete Arbeit setzt dabei nicht an den Defiziten der Menschen an, sondern an deren kommunikativer und kreativer Kompetenz, einer Kulturarbeit, die sich seit über 20 Jahren erfolgreich bemüht, kulturelle Unterschiede auszuhalten bzw. als Bereicherung zu erleben.

Die LAG Soziokultur Zentren im Land Brandenburg e.V.
fördert kulturelle Zwecke im Bereich Soziokultur (Herstellung kommunikativer Strukturen zwischen den unterschiedlichen Kunst- Kultur- und Lebensformen und in diesem Zusammenhang die Eröffnung neuer Zugangsmöglichkeiten zu Kunst und Kultur und die Ermöglichung und Ermunterung der Menschen zu eigener künstlerischer Betätigung); tritt auf als Interessenvertretung der soziokulturellen Zentren und Projekte gegenüber den politischen Verantwortungsträgern und der Öffentlichkeit; mischt sich ein in Entwicklungskonzeptionen, Finanzdebatten, Förderrichtlinien, Abgabenordnungen, Arbeitsmarktpolitik etc.; berät freie Träger und kulturell engagierte Einzelpersonen zu Fragen des Projektmanagements, der Finanzierung, der Wirtschaftlichkeit, des Personal-, Vereins- und Steuerrechts, der Kulturkonzeption usw.; informiert über den kulturpolitischen Diskurs auf Bundes- und auf Landesebene, über neue Gesetze und deren Folgen, neue Fördermöglichkeiten, neue Stiftungen und deren Programme, überregionale Fortbildung etc.; veranstaltet Weiterbildung zu Theorie und Praxis im soziokulturellen Feld: arbeitet mit anderen Verbänden und verschiedenen Gremien zusammen, insbesondere mit der Bundesvereinigung (am Standort) und anderen Brandenburger Landesverbänden im Arbeitskreis der kulturellen Landesverbände.

Folgende Grundsätze kennzeichnen die Arbeit soziokultureller Zentren:
Ein Kulturbegriff der:
den Sinnhorizont einer Gesellschaft reflektiert, der sich in Werten, Normen, Regeln und in Interpretationsmustern gesellschaftlicher Wirklichkeit ausdrückt. (Sozio-)Kultur in diesem Sinne ist damit priviligierter Ort, der sich der sozialen Verantwortung stellt, sich offensiv mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit auseinandersetzt. kulturelle Aktivitäten ermöglicht, die sich an Nutzerinteressen orientieren und kulturelle Entfaltungsmöglichkeiten schaffen bzw. unterstützen, nachfrageorientiert arbeiten und sich nicht ausschließlich an ökonomischer Effizienz ausrichten, Kulturformen fördert, die integrativ wirken, unterschiedlichen Kulturen Raum geben, kulturelle Minderheiten, auch solche die durch etablierte Kultur ausgegrenzt werden, unterstützen, Kultur und Alltag miteinander verbinden und so Alltagskompetenz von Menschen befördern. Die Inhalte soziokultureller Arbeit öffnen sich unterschiedlichen Altersgruppen, sozialen Schichten und Nationalitäten. Organisationsformen soziokultureller Praxis präveriert, die auf einer demokratischen Entscheidungsstruktur basieren und ihre Unabhängigkeit gegenüber rein kommerziellen Handelns, parteipolitischen Interessen und staatlicher Bevormundung bewahren.

In Folge der Abhängigkeit von der sozialräumlichen Verortung der jeweiligen soziokulturellen Zentren und Initiativen, ihrer spezifischen Haushaltssituation, Mitarbeiterstruktur, Genese und nicht zuletzt von den Nutzern, entziehen sich die Orte soziokultureller Praxis einer einseitigen Verallgemeinerung. So unterschiedlich deren gewachsenen Strukturen auch sein mögen, gibt es doch charakteristische Arbeitsfelder, die -mit jeweils unterschiedlicher Schwerpunktsetzung- das jeweilige Profil abbilden:
  • Kinder- und Jugendarbeit (Kreativkurse, Kinderläden, freie Schulen und Kita's, Berufsvorbereitung und Ausbildung, Ferienbetreuung, Beratung, offene Werkstätten etc.),
  • Programm- und Veranstaltungsarbeit (Musik, Theater, Tanz, Film, Ausstellungen, Lesungen, Neue Medien u.a.),
  • Stadtteilarbeit und -feste,
  • Arbeit mit SeniorInnen (Kreativkurse, Tanzveranstaltungen, Geschichtswerkstätten usw.),
  • Bildungsarbeit (Seminare, Workshops, Sprachkurse, Diskussionsveranstaltungen u.a.m.),
  • "Dienstleistungen" für gemeinnützige, sozial, kulturell und/oder politisch tätige Vereine, Gruppen und Initiativen (Bereitstellung von räumlicher, technischer und personeller Infrastruktur).
Beinah jedes soziokulturelle Zentrum verfügt darüber hinaus über einen offenen Kommunikationsraum mit Gastronomie, ob als Kneipe, Café, Teeraum oder Restaurant. Mitglied in der LAG kann jedes bestehende oder im Aufbau befindliche soziokulturelle Zentrum oder Projekt mit Sitz im Land Brandenburg werden, soweit es gemeinnützige Zwecke verfolgt.