Konzept

Auszug aus der Kulturentwicklungskonzeption des Landes Brandenburg (Sommer 2002)

Soziokultur und kulturelle Bildung

I. Aufgaben der Soziokultur und der kulturellen Bildung
Soziokultur wurde als Begriff und Praxis in den westlichen Bundesländern geprägt und kann in einem ersten Zugriff als ein auf die Demokratisierung kultureller Institutionen und die Aner-kennung und Förderung alltagskultureller Praxis abzielendes Kulturkonzept verstanden werden. Dessen spezifische Leistung ist in der Herstellung kommunikativer Strukturen zwischen den un-terschiedlichen Kunst-, Kultur- und Lebensformen kulturpolitisch bedeutsam.

Bei soziokulturellen Angeboten geht es in Anlehnung an die Definition der Bundesvereinigung soziokultureller Zentren um die Betonung des erweiterten Kulturbegriffs, die Förderung der künstlerischen und kreativen Eigenbetätigung, die Integration verschiedener Altersgruppen (quer über die Generationen), die Einbeziehung von sozialen und ethnischen Minderheiten, die Basis- und Nutzerorientierung, die Gewährleistung von demokratischen Organisationsformen und Entscheidungsstrukturen sowie das spartenübergreifende Angebot (von Kinderläden, offe-nen Werkstätten über Tanztreffen, Selbsthilfegruppen, Bildungsarbeit, Stadtteilarbeit bis zu Programm- und Veranstaltungsarbeit wie Theater, Kabarett, Lesungen, Disco, Konzerte etc.).

Der Anspruch kulturpädagogischer Arbeit in Brandenburg wird von der Landesarbeitsgemein-schaft Kulturpädagogische Einrichtungen Brandenburgs e.V. folgendermaßen beschrieben: "Kulturpädagogik wird in Kunstschulen, Kreativcentren, Werkstätten und ähnlichen Einrich-tungen angeboten, in denen KünstlerInnen und KulturpädagogInnen tätig sind. Die Ausbildung ist spartenübergreifend und interdisziplinär. Angeboten werden in den Brandenburger Einrich-tungen der Kulturpädagogik unter anderem Malerei, Grafik, Musik, Keramik, Batik, Instrumen-tenbau, Theater sowie Tanz. Kulturpädagogik stellt Kreativität und Phantasie beim Lernen in den Vordergrund und entzieht sich den schulischen Kriterien leistungsorientierter Wissensver-mittlung. Dennoch wird höchste Qualität und eine immanente Verbindung zu Sinn- und Werte-fragen mit Mitteln der Kunst angestrebt. Kulturpädagogische Einrichtungen arbeiten prozessori-entiert und mehrheitlich projektzentriert." (Behrens, Kulturpädagogik in Brandenburg - Flug-versuche II; Verlag für Berlin und Brandenburg 2000, S. 154).

Einrichtungen und ihre Projekte beider Gruppen haben differenzierte Profile, die oftmals in un-terschiedlichem Umfang Elemente der Kinder-, Jugend-, Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit beinhalten. Daher ist auch nur ein Teil der Einrichtungen in einer der Landesarbeitsgemein-schaften organisiert, die im folgenden Abschnitt dargestellt werden.

II. Landesverbände der Soziokultur und der kulturellen Bildung
LAG Soziokultur Brandenburg e.V.
Die LAG Soziokultur Brandenburg e.V., gegründet 1996, vertritt die Interessen ihrer 21 Mit-glieder (Stand Dezember 2001) mit meist überregionalem Einzugsbereich. Als Landesarbeits-gemeinschaft setzt sie sich gegenüber politischen Verantwortungsträgern intensiv für bessere Rahmenbedingungen soziokultureller Arbeit im Land Brandenburg ein. Sie berät ihre Mitglie-der und andere freie Träger zu Fragen des Projektmanagements, der Finanzierung, der Wirt-schaftlichkeit, zu Personal, Recht und in konzeptionellen Fragen, betreibt Öffentlichkeitsarbeit und veranstaltet Weiterbildungsmaßnahmen.

LAG Kulturpädagogische Einrichtungen Brandenburgs e.V.
Die LAG, gegründet 1991, nimmt für die kulturpädagogischen Einrichtungen und Kunstschulen vergleichbare Aufgaben wahr. Ihr gehören rund 30 Mitgliedsinstitutionen an. Sie versteht sich als Fach- und Interessenverband für Kunstschulen, Kreativzentren, Singschulen, Galerien, Werkstätten und Museen, in denen Künstler und Kunstpädagogen tätig sind. Die LAG strebt ein Zusammenwirken der kulturpädagogischen Einrichtungen im Lande an, führt die Mitglieder ü-ber gemeinsame Projekte zusammen, berät sie bei Planung, Ausbau und Neugründung und för-dert ihre Qualifizierung durch kulturpädagogische Seminare.

Der Brandenburgische Kulturbund e.V. (Landesverband des Kulturbund e.V.).
Er vertritt 16 über das Land verteilte eingetragene Vereine, 19 Ortsgruppen, 6 landesweite Ge-sellschaften, darunter die Gesellschaft für Fotografie. Das Angebotsspektrum der Fach- und In-teressengebiete im Brandenburgischen Kulturbund e.V. geht über Kultur im engeren Sinn weit hinaus und umfasst neben Kunst, Literatur, Musik und Denkmalpflege auch Gebiete wie Astro-nomie, Numismatik, Philatelie - insgesamt etwa 40 unterschiedliche Bereiche.

III. Die soziokulturellen und kulturpädagogischen Einrichtungen
Soziokulturelle und kulturpädagogische Einrichtungen sind grundsätzlich kommunal verankert und haben ihre Nutzer überwiegend vor Ort. Eine Reihe der Einrichtungen indes hat in den zu-rückliegenden Jahren auch eine starke überregionale Ausstrahlung entfalten können. Allein die soziokulturellen Einrichtungen des Landes können so auf mehr als eine Million Besucher im Jahr verweisen. Gleichwohl fällt vielen Kommunen die hinlängliche Förderung dieser Aktivitä-ten nach wie vor schwer. Die Landesregierung unterstützt daher die folgenden Einrichtungen kontinuierlich.

Waschhaus e.V., Potsdam
Das Waschhaus ist ein vornehmlich in den Sparten Musik, Bildende Kunst, Film, Literatur und Tanz/Bewegung tätiges Kulturzentrum von regionaler und nationaler Bedeutung. Mit knapp 150.000 Besuchern pro Jahr und einer Eigenleistung von fast 70 Prozent am Haushalt zählt es zu erfolgreichsten Einrichtungen im Land. Nachdem das Gebäude einer ehemaligen Militärwä-scherei auf der Industriebrache an der Potsdamer Schiffbauergasse 1992 zunächst besetzt und provisorisch hergerichtet wurde, begründeten die Initiatoren 1993 den Trägerverein Waschhaus e.V., der seitdem auf Grundlage eines Nutzungsvertrages mit der Stadt die Einrichtung betreibt. Die Angebote des Waschhauses umfassen jugendorientierte Musik- und Freizeitangebote, Kin-derkurse, maßstabsetzende Konzertreihen der Rock-, Pop-, Jazz- und Weltmusik und regelmä-ßige Ausstellungen oftmals hochrangiger Bildender Kunst. Seit seinem Bestehen hat sich das Waschhaus als Motor und Platzhalter für den integrierten Kulturstandort Schiffbauergasse ver-dient gemacht und sich darüber hinaus auch bundesweit im Rahmen der Bundesarbeitsgemein-schaft Soziokultur einen Ruf als Initiator und Trendsetter erworben.

Lindenpark e.V., Potsdam
Ebenfalls in dem Gebäude einer früheren Wäscherei entstand in den 60er-Jahren der Lindenpark als städtisches Kulturhaus und wurde später als Jugendklubhaus fortgeführt. Ab 1990 fungiert der Lindenpark e.V. als Träger.Heute betreibt er sechs unterschiedlich profilierte Einrichtungen in der Stadt Potsdam, von denen das Stammhaus in der Stahnsdorfer Straße vorrangig jugend-kulturelle Angebote macht. Die Palette dessen, was der Verein mittels seiner Einrichtungen an-bietet und ermöglicht, reicht von großen Konzerten, Festivals und jährlichen Highlights (u.a. In-ternationales Theaterfest "UNIDRAM", WORLDCONTACTFESTIVAL, Scateboardcontest "SUMMER SLAM") über die tägliche Sozialarbeit in den Jugendclubs bis hin zu wöchentli-chen Kursangeboten im Kreativbereich und monatlichen Kinderveranstaltungen. 1998 wurde durch den Verein das erste Potsdamer Internetcafe mit vielfältigem Kursangebot eröffnet. Die Angebote des Lindenpark e.V. nutzen mehr als 150.000 junge Menschen. Seit 1999 ist der Ver-ein ein durch die IHK "Anerkannter Lehrausbildungsbetrieb".

Glad-House Cottbus
Das 1990 neu gegründete Jugendkulturzentrum Glad-House ging aus dem früheren "Klubhaus der Jugend" hervor und ist unter den großen soziokulturellen Zentren Brandenburgs das einzige in kommunaler Trägerschaft (Eigenbetrieb der Stadt Cottbus). Es unterhält mit dem Klub Süd-stadt eine Dependance in der größten Plattenbausiedlung Brandenburgs. Das Glad-House ver-steht sich mit seinen vielfältigen jugendkulturellen und kulturpädagogischen Angeboten, die auch Filmarbeit (OBENKINO) einschließlich Film-, Video- und Medienwerkstatt sowie eine Literaturwerkstatt umfassen, als Schnittstelle für die Bereiche Jugendkultur - kulturelle Jugend-bildung und erreicht jährlich über 100.000 mehrheitlich junge Menschen.

Offi Bad Freienwalde
Als 1992 das Jugendzentrum "forty nine" vor der Auflösung stand, wurde das Offi gegründet und ein vom Förderverein Jugend e.V. getragenes soziokulturelles Kinder- und Jugendzentrum aufgebaut. Als Domizil dient ein umgebautes ehemaliges Offizierskasino mit einer Etage für Kinder und einer für Jugendliche. Da Kultur- und Sozialarbeit als Einheit begriffen werden, ste-hen die unterschiedlichen kulturellen Angebote meist unter Leitung von Sozialpädagogen: neue Medien einschließlich Internet, Video, Fotografie, Jazz, Lesungen, Ausstellungen, Konzerte, Laientheater. Außerdem werden die Kulturarbeit in den Schulen von Bad Freienwalde und der Jugendaustausch gepflegt.

Barnimer Alternative Strausberg
Das in einer ehemaligen Brauerei und einem Vorwerk eingerichtete soziokulturelle Zentrum bietet Musik- und Kunstschularbeit, internationalen Jugendaustausch und interkulturelle Ju-gendprojektarbeit. Betrieben wird auch ein Musikcafé mit Galerie, in der jährlich 6 bis 8 Aus-stellungen stattfinden.

Das Angebot umfasst darüber hinaus in den unterschiedlichen Kunstbereichen Konzerte, Plei-nairs sowie interkulturelle Projektwochen.

KulturLabor Brandenburg an der Havel
Das Kultur-Labor ist aus einer Einrichtung des Kulturbundes hervorgegangen. Daher hat es ei-nen Nutzerkreis, der sich überwiegend aus Erwachsenen zusammensetzt. Das Angebot umfasst Konzerte, Theater, Kabarett, Festivals, Medienpädagogik, Podiumsdiskussionen, Vortragsrei-hen, Seminare und Workshops, Kino, Partys sowie einige wirtschaftliche Aktivitäten. Das Kul-tur-Labor setzt auf aktives Mitgestalten, so vor allem beim Jugendtheater.

JuKuFa Brandenburg an der Havel
Die Jugendkulturfabrik entstand im ehemaligen Haus der Offiziere. Besucher sind vornehmlich Kinder und Jugendliche. Die JuKuFa bietet ihren Besuchern Kulturveranstaltungen und Konzer-te, Graffiti- und Fotoprojekte, Ausstellungen, Arbeiten im Tonstudio, die Herstellung und den Vertrieb einer eigenen Zeitschrift sowie Jugendaustausch. Die Aktivitäten erstrecken sich bis in die Justizvollzugsanstalt Brandenburg.

Kulturfabrik Fürstenwalde
Die Stadt Fürstenwalde hat sich im Jahre 1998 entschieden, eine ehemalige Margarinefabrik zu einem Kulturzentrum im unmittelbaren Stadtzentrum auszubauen. Mit Unterstützung des Land-kreises, des Landes und des Bundes ist dies in mehrjähriger Bauzeit gelungen. Die Kulturfabrik Fürstenwalde arbeitet mit einem integrierten Konzept und beherbergt neben den soziokulturel-len Angeboten für alle Generationen in ihren Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen auch die Stadtbibliothek und ist damit das Zentrum des kulturellen Lebens im Raum Fürstenwalde.

Kunstschule Potsdam
Als Verein 1992 gegründet, hat die Kunstschule Potsdam im ehemaligen Kulturhaus Babels-berg, dem früheren Rathaus, ein umfangreiches Leistungsangebot an Kursen für Kinder, Ju-gendliche und Erwachsene in fast allen Bereichen der bildenden Kunst entwickelt. Die Ergeb-nisse werden in rund 12 Ausstellungen jährlich präsentiert. Die Kunstschule vermittelt ihre Kenntnisse auch in Ferienprojekten und führt Exkursionen in europäische Hauptstädte durch. Sie fördert auch Begabte bis zur Vorbereitung auf ein Hochschulstudium. Die Kunstschule ar-beitet mit Schulen und Kita-Gruppen zusammen.

Galerie Sonnensegel, Brandenburg an der Havel
Die Galerie Sonnensegel e.V. in Brandenburg profiliert sich in der Öffentlichkeit immer wieder mit künstlerischen Projekten, die Toleranz, gesellschaftliches Engagement und Courage bei Kindern, Jugendlichen und ihren Erziehern fördern sollen. Sie veranstaltet Projekte von überre-gionaler Ausstrahlung, die durch öffentliche Preise gewürdigt werden. Beispiele sind das Franz-Fühmann-Projekt oder "Engel der Geschichte - ein Jugendengel", ein Projekt zur Kunst und I-deenwelt von HAP Grieshaber.

Bereits im Dezember 1989 gegründet, fragt die Galerie mit ihren Projekten auf originelle, phan-tasievolle Weise nach dem Sinn des Lebens und dem Verhältnis zu tradierten Werten. Ihre Ar-beit umfasst Grafik, Keramik, experimentelles Gestalten, Malen und Zeichnen, Video, Theater und Objektbau, wobei insbesondere versucht wird, die Genres bildende Kunst und Literatur zu-sammenzuführen. Die Galerie kooperiert mit Schulen und Kindergärten wie auch Behinderten-einrichtungen.

Musik- und Kunstschule Regenbogen Blankenfelde
Die vom Verein Regenbogen e.V. getragene Musik- und Kunstschule hat sich in der relativ kleinen Gemeinde Blankenfelde zu einer bedeutenden musik- und kunstpädagogischen Einrich-tung entwickelt. Sie besitzt einen erheblichen Einzugsbereich, der bis in die Gemeinden Zossen, Großbeeren, Rangsdorf, Mahlow, Großmachnow und Dahlewitz reicht. Arbeitsprinzip ist es, kulturelle Bildung - im Kunstschulbereich Malerei, Zeichnen und Kalligraphie - in unmittelba-rer Wohnnähe zu vermitteln. Ausstellungen werden im eigenen Haus, aber auch in der Schule oder öffentlichen Institutionen durchgeführt.

Neben diesen überregional wirksamen Einrichtungen unterstützt das Land viele ausgezeichnete Projekte. Deren Träger waren bspw. Villa Bunterhund e.V. in Rüdersdorf, die Wredowsche Zei-chenschule Brandenburg mit einer im Land einzigartigen Kunstsammlung der Renaissance (Grafik und Zeichnung), Creativzentrum Oranienburg, CTA Kulturverein Nord e.V. in Fürs-tenwalde, der Offene Kunstverein in Potsdam, Keramikverein Gebrannte Erde e.V. in Glindow, Kunstinstitut BAJA in Templin, Kunstkreis Beeskow und Niederlausitzer Kunstschule Birkchen e.V. in Brieske, das Kunsthaus Gahlberg-Strodehne, der InterKultur VielFarben e.V. Eisenhüt-tenstadt, das Lügenmuseum Gantikow und die Kulturgießerei e.V. Schöneiche.

IV. Situation und Perspektiven
In den vergangenen Jahren hat die Zahl der kulturpädagogischen und soziokulturellen Einrich-tungen und der Umfang ihrer Aktivitäten beträchtlich zugenommen. Diese Entwicklung wurde zum großen Teil nur durch die Nutzung von Arbeitsförderungsmaßnahmen wie ABM und SAM als auch über wachsende -für diese Bereiche typische- ehrenamtliche Arbeit möglich, die je-doch für einen kontinuierlichen Betrieb ihre Grenze haben.

Die Stabilisierung der heute bestehenden und anerkannten Einrichtungen kann grundsätzlich nur durch hinreichende Einnahmen aus Beiträgen der Nutzer, Fördermittel und wirtschaftliche Betä-tigungen erfolgen.

Die Erhöhung der Einnahmen aus Beiträgen bzw. Eintrittserlösen ist begrenzt, da überwiegend Kinder und Jugendliche die Angebote nutzen. Die wirtschaftlichen Aktivitäten wurden in den vergangenen Jahren beträchtlich ausgebaut, sind aber in einigen Fällen noch zu steigern, etwa durch Aus- und anderweitige Existenzgründungen z.B. für Dienstleistungen oder durch bessere Vermarktung der Einrichtungen. Eine umfassende Stabilisierung der Einrichtungen ist auf die-sem Weg jedoch nicht zu erreichen, da dies mit deren gemeinnützigen Zweck kollidiert.

Die Landesregierung weiß um den hohen Stellenwert von Soziokultur und kultureller Bildung. Deshalb fördert sie beide Bereiche seit 1990 mit im Ländervergleich beachtlichem Umfang. Die angemessene Förderung (Ko-Finanzierung) fällt jedoch den meisten Kommunen schwer. Die Landesregierung wird dennoch ihre Optionsförderung dort konzentrieren, wo überregional wir-kende Einrichtungen einer Unterstützung bedürfen. Dies gilt vor allem auch bei den Landesver-bänden, die dadurch in die Lage versetzt werden sollen, Qualifikation und Kooperation der Mit-glieder zu verbessern. Die Konzentration des Engagements des Landes wird durch eine Ab-stimmung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten begleitet. Nicht zuletzt gilt es, innovati-ve Projektvorhaben, welche modellhaft die soziokulturelle und kulturpädagogische Praxis unter sich stetig verändernden Rahmenbedingungen effizient zu verändern verspricht, mit Anschubfi-nanzierungen auf den Weg zu bringen.

Der erfolgreiche Aufbau der soziokulturellen und kulturpädagogischen Einrichtungen wurde von der Landesregierung durch Investitionen aus verschiedenen Programmen der Europäischen Union, des Bundes und des Landes unterstützt. Zuletzt ist es der Landesregierung gelungen, in den Jahren 2000 und 2001 die Soziokultur zu einem Schwerpunkt im Bundesprogramm "Kultur in den neuen Ländern" zu machen.

Einige soziokulturelle Zentren sind heute grundlegend saniert, anderen wurden einzelne investi-ve Maßnahmen gefördert. Dennoch ist der Investitionsbedarf (Bau und Ausstattung) für die Gewährleistung eines kontinuierlich sicheren Betriebs beträchtlich.

Von Bedeutung ist auch eine stärkere Vernetzung und Koordination von Einrichtungen der So-ziokultur und Kulturpädagogik, wenn die regionalen oder lokalen Voraussetzungen dafür gege-ben sind. Ziel sind dabei effiziente und synergetische Strukturen unter Beibehaltung der Integri-tät der vernetzten Träger. So ist bspw. für die nähere Zukunft geplant, den Standort Schiffbau-ergasse in Potsdam zu einem Integrierten Kulturstandort mit soziokulturellem Schwerpunkt un-ter Nutzung der EU- Strukturfonds auszubauen. Die Verwirklichung ist nur möglich, wenn die Stadt Potsdam die dazu notwendigen komplementären finanziellen Mittel aufbringt.

Zur Förderung kleinerer Investitionsmaßnahmen verfügt die Landesregierung weiterhin über ei-gene Mittel und beabsichtigt, diese vor allem im Bereich kulturelle Bildung einzusetzen.